85.000 Euro für Artenschutz im Kreis Ludwigsburg

Extra Finanzspritze vom Land für die Schaffung von Lebensräumen für bedrohte Arten

„Mit dem “Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt” will die grün-geführte Landesregierung den rasanten Verlust an Artenvielfalt verlangsamen. Das Umweltministerium hat nun über die vergangenen anderthalb Jahre Bilanz gezogen. Etwa 800.000 Euro an Landespflegemitteln erhält der Kreis Ludwigsburg jährlich für Landschaftspflege – dazu  kommen über 85.000 Euro  aus dem neuen Sonderprogramm “Biologische Vielfalt”“, so der grüne Landtagsabgeordnete Dr. Markus Rösler, naturschutzpolitischer Sprecher in der Fraktion GRÜNE im Landtag.

Die 85.452 Euro aus dem Sonderprogramm stehen im Landkreis Ludwigsburg für die Realisierung von 16 Projekten für den Naturschutz zur Verfügung. Ein Teil dieses Geldes floss beispielsweise in die Pflege des Naturschutzgebietes Heulerberg in Vaihingen-Riet, eines der wenigen verbliebenen großen Heideareale im Landkreis Ludwigsburg. Auch das Naturschutzgebiet Geigersberg in Sachsenheim sowie Flächen im Glemstal auf der Gemarkung Markgröningen erhielten für die Pflege ihrer Magerrasen eine Finanzspritze. Regelmäßig müssen in diesen Gebieten Gehölze entfernt werden, um den Lebensraum für gefährdete Pflanzen (z.B. Orchideen wie diverse Knabenkräuter) sowie gefährdete Wildbienen zu erhalten und ihre Lebensgrundlage zu verbessern.

Weitere Extensivierungsmaßnahmen, die dem Erhalt der Artenvielfalt dienen, konnten beispielsweise im Gewann Scheiterburg in der Gemeinde Oberstenfeld, im Steinbruch Neckarrems sowie im Naturdenkmal Köchersberg in Großbottwar durchgeführt werden.

„Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist weltweit genauso wie bei uns im Kreis Ludwigsburg eine der drängendsten Fragen der nächsten Jahrzehnte. Es wird von Bedeutung sein, ob und wie wir Lebensräume für bedrohte Tierarten schützen und erhalten. Deshalb hat die Landesregierung das bundesweit einmalige ‚Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt‘ im November 2017 mit insgesamt 36 Mio. Euro in zwei Jahren auf den Weg gebracht“, sagt MdL Daniel Renkonen.

Gefördert werden beispielsweise der Erhalt und die Entwicklung von Schutzgebieten, Moorschutz oder Biotopverbund. Im Rahmen des Sonderprogramms gibt es auch Finanzmittel für den geringeren Einsatz von Pestiziden, die Förderung der biologischen Vielfalt in Ackerbauregionen oder die Wiedervernetzung von Lebensräumen.

„Das weltweite Artensterben geht auch an Baden-Württemberg nicht spurlos vorbei. Rund 40 Prozent unserer Tier- und Pflanzenarten sind inzwischen gefährdet. Der Verlust der biologischen Vielfalt ist alarmierend. Ich bin froh, dass das Thema endlich in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist und wir diese große Herausforderung in der grün-schwarzen Koalition gemeinsam anpacken“, so MdL Jürgen Walter. “Bis 2021 erhöhen wir unabhängig vom Sonderprogramm die strukturellen jährlichen Landesmittel für Naturschutz auf rund 90 Millionen Euro – gegenüber 2011entspricht das einer Verdreifachung”, so Walter weiter.

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