Autohersteller stehlen sich aus der Verantwortung

Verkehrspolitiker Daniel Renkonen fordert umgehend eine technische Nachrüstung von Dieselfahrzeugen – “Kunden sind nachweislich verarscht worden” – Zickzackkurs der Bundesregierung kritisiert

Ludwigsburg – Angesichts immer neuer Enthüllungen um manipulierte Dieselfahrzeuge hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel Renkonen die Autohersteller aufgefordert, die betroffenen Fahrzeuge im Sinne der Luftreinhaltung im Land umgehend auf eigene Kosten nachzurüsten. „Es kann nicht sein, dass die Hersteller sich weiterhin aus der Verantwortung stehlen.” Viele Autokunden hätten sich bewusst für ein Dieselfahrzeug entschieden, um die Umwelt weniger zu belasten. Diese Verheißungen hätten sich im Nachhinein als teurer Trugschluss erwiesen.

Daher könnten die Kunden nicht alleine mit einem Software-Update abgespeist werden, zumal derartige Maßnahmen nicht für jedes Fahrzeug geeignet seien. Eine komplette Hardware-Nachrüstung mit einem SCR-Katalysator sei die bessere Lösung. Der Grünen-Verkehrspolitiker äußerte sich verwundert über den “Zickzackkurs” der CDU-geführten Bundesregierung beim Thema Betrugs-Diesel: „Während Umweltministerin Schulze von der SPD eine technische Nachrüstung fordert, begnügt sich Verkehrsminister Scheuer (CSU) mit einem günstigeren Software-Update. Wer hat jetzt den Hut auf: Frau Schulze oder Herr Scheuer – oder keiner von beiden?”, will Renkonen wissen. Die Vielstimmigkeit in Berlin müsse endlich ein Ende haben. Nach Auffassung der Grünen ist es eine “Selbstverständlichkeit”, dass diejenigen für den Schaden aufkommen, die ihn verursacht haben – in diesem Fall die Autohersteller. Insofern könne sich das Land auch nicht an möglichen Nachrüstungskosten für alte Dieselfahrzeuge beteiligen. Denn: „In Deutschland gilt das Verursacherprinzip.”

„Wir sind der Auffassung, dass eine technische Nachrüstung sowohl technisch als auch finanziell machbar ist.” Dies habe der ADAC in einer gemeinsamen Untersuchung mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium inzwischen nachgewiesen, so Renkonen. Die Mär von der angeblich zu teuren Nachrüstung hat sich als “Ente” erwiesen. Die Grünen sehen nun Autohersteller und Bundesregierung in der Pflicht, endlich für saubere Luft in den Innenstädten zu sorgen. Die Einführung einer bundesweit geltenden Blauen Plakette wäre hierzu der entscheidende Schritt. Dies garantiert ihrer Ansicht nach eine einheitliche Lösung im gesamten Bundesgebiet.

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