Bürger diskutieren über Integration in Benningen – Die Frage nach dem „Wie“ hinter dem „Wir schaffen das“

Die Grünen-Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen und Daniel Lede Abal diskutierten mit Bürgerinnen und Bürgern über die Möglichkeiten einer erfolgreichen Integration von Flüchtlingen

Benningen – Über 60 Personen folgten der Einladung des Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen (Grüne) am gestrigen Abend ins Benninger Rathaus, um sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen gelingen kann.

Renkonen sprach den vielen ehrenamtlichen Helfern und den in der Flüchtlingsarbeit engagierten Vereinen seine Wertschätzung aus. „Uns geht es darum, die Ehrenamtlichen zu stärken“, so der Landespolitiker. Auf dem Podium nahmen der integrationspolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Daniel Lede Abal, die Vorsitzenden des Arbeitskreises Asyl Benningen, Heike Schmitt und Karlheinz Hassis, sowie Bürgermeister Klaus Warthon, Platz. In mehreren Impulsvorträgen stellten sie die Situation aus landespolitischer-, kommunaler und bür-gerschaftlicher Perspektive dar.

Daniel Lede Abal wies auch auf die im Rahmen der jüngsten Verhandlungen von Bund und Ländern erzielten Fortschritte hin, wie die Öffnung der Integrationskurse für Asylsuchende mit guter Bleiberechtsperspektive, die Lockerung des Leiharbeitsverbots und die von der grün-roten Landesregierung durchgesetzten legalen Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten von Migranten aus den Westbalkanstaaten. Problematisch sei die hohe Anzahl noch nicht eröffneter und anhängiger Asylverfahren, für die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig ist. Solange kein Asylverfahren eröffnet sei, könne keine Integration in das Sozialwesen stattfinden. „Gruppenanerkennungen sind meines Erachtens der einzige Weg, den Rückstau aufzulösen“, so Lede Abal.

Beleuchtet wurden auch die Rolle des Einzelnen in der Gemeinde und die Möglichkeiten der Unterstützung, wie sie die bereits seit 2013 aktiven Helfer des Arbeitskreises in Benningen leisten. Heike Schmitt und Karlheinz Hassis wussten von lustigen und herzlichen Momenten-, allerdings auch von schockierenden Geschichten der Geflohenen und zum Kopfschütteln anregenden Behördengängen zu berichten. „Wir wollen die jungen Männer aus der Strukturlosigkeit herausholen“ so Heike Schmitt, die mehr hauptamtliche Helfer, Praktika und 1,05 –Euro-Jobs forderte. „Integration heißt Kontakt mit Leuten“, betonte Hassis. Arbeit sei auch Voraussetzung für den Erwerb der deutschen Sprache.

Im anschließenden Bürgerdialog stellten sich die Diskutanten den Fragen der anwesenden Gäste, darunter mehrere Vertreter unterschiedlicher Arbeits- und Freundeskreise der Nachbargemeinden, sowie der Seminarkurs „Asyl“ des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Marbach am Neckar. Fragen zur Beschäftigung von Asylbewerbern waren ebenso dabei wie zur Einschätzung von Situationen Einzelner.

„Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen“, appellierte Heike Schmitt zum Schluss und verwies auf Verantwortung und Mitschuld der westlichen Gesellschaften.

Alle Redner lobten die ehrenamtliche Unterstützung der Bürgerschaft und folgerten schließlich, dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen und nur so aus dem „Wie schaffen wir das?“ ein „Wir schaffen das!“ werden könne.

, ,
Vorheriger Beitrag
Grüner Kreisverband Ludwigsburg bei der Landesdelegiertenkonferenz in Pforzheim
Nächster Beitrag
Sanierungswelle im Kreis Ludwigsburg ungebrochen

Ähnliche Beiträge

Menü