Daniel Renkonen besucht die Schule auf dem Laiern

Anlässlich der „Woche der Gemeinschaftsschule“ hat der Landtagsabgeordnete Daniel Renkonen am 20. November die Schule auf dem Laiern besucht. Im Gespräch mit Rektorin Simone Brett und im Unterricht machte sich der Grünen-Politiker ein Bild von der Arbeitsweise der Gemeinschaftsschule.

Seit acht Wochen ist die Gemeinschaftsschule in Kirchheim am Start, 27 Fünftklässlern besuchen die neue Schulart. „Wir haben mit der Einführung der Gemeinschaftsschule einen einschneidenden Beschluss gefasst“, so Renkonen, der seine Wertschätzung gegenüber dem Engagement der Lehrkräfte zum Ausdruck brachte. „Nun möchten wir erfahren, was gut läuft und wo auch der Schuh drückt.“ Die erste Zwischenbilanz in Kirchheim fällt positiv aus. „Wir sind sehr zufrieden“, so Schulleiterin Simone Brett.

In der Anfangsphase stünden neben den Inhalten die neuen Arbeitsformen im Vordergrund, in die die Kinder in Ruhe hineinwachsen könnten. Gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Seibold, Schulrätin Elke Schnaithmann und Gemeinderat Werner Lieberherr besuchte Renkonen natürlich auch die Fünftklässler, die sich gut auf die Gäste vorbereitet hatten. Als Experten für ihre Schulart erklärten sie die verschiedenen Bausteine des Gemeinschaftsschulkonzepts selbst.

Der Schultag in Klasse 5 ist geprägt von individuellem und gemeinsamem Lernen. Im „Lernband“ lernen die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihres persönlichen Niveaus differenziert nach drei Schwierigkeitsstufen. Diese fest verankerte Lernzeit wechselt sich ab mit Phasen des gemeinsamen Lernens, Werkstattunterricht sowie Bewegungs- und Erholungsphasen. In wöchentlichen Feedback-Gesprächen tauschen sich Lehrer und Schüler über die Lernentwicklung aus. „Das Coaching halte ich für das Herzstück der Gemeinschaftsschule“, sagt Schulleiterin Brett. Denn individuelles Arbeiten bedeutet auch eine kontinuierliche persönliche Begleitung und Beratung jedes einzelnen Schülers bezüglich der eigenen Fähigkeiten und der Planung der weiteren Schritte. „Der Lehrer gibt uns beim Coaching auch Tipps und Materialien“, erzählt Schülerin Letizia. Statt Klassenarbeiten schreiben die Kinder Gelingensnachweise. Während erstere zu festgelegten Zeitpunkten geschrieben werden, steuern die Schüler den Zeitpunkt ihrer Leistungsnachweise selbst und können sie bei Nichtbestehen auch zweimal wiederholen.

Die leistungsgemischten Gruppen in der Gemeinschaftsschule bieten viele Vorteile – für alle Schülerinnen und Schüler. „Ich war sehr überrascht, wie gut die Kinder voneinander profitieren, nicht nur die Schwächeren von den Stärkeren“, berichtet Lehrerin Katrin Hoffacker. „Indem die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler erklären, lernen sie viel und schaffen sich so eine gute Basis, auf der sie aufbauen können.“ Manchmal zeigten sich sehr schnell positive Effekte, so Katrin Hoffacker weiter. Bereits nach kurzer Zeit konnte sie beispielsweise feststellen, dass sich die Artikulation leistungsschwächerer Schüler verbesserte, weil sie im Morgenkreis von ihren leistungsstärkeren Kameraden lernten.

Gegen die häufig geäußerte Kritik der Öffentlichkeit, dass die Gemeinschaftsschule auf Noten verzichtet, stellt Lehrer Andreas Held die eigene Erfahrung entgegen. „Ich erlebe, dass es für die Kinder unwichtig ist, welche Art der Rückmeldung sie bekommen.“ Die Lernentwicklungsgespräche und -berichte bieten dabei, im Vergleich zu Noten, den Vorteil einer viel differenzierteren Rückmeldung.„Wir haben viele Eltern, die sich ganz bewusst für diese Schulart entschieden haben“, so Rektorin Brett. Zur Kommunikation mit den Eltern gehört auch die Möglichkeit zu Unterrichtshospitationen – ein Angebot, das viele Eltern nutzen.

Doch Schulleitung und Kollegium haben auch Wünsche an die Politik. So erhoffen sie beispielsweise eine größere Anerkennung und Unterstützung der „DiLer“-Lernplattform, in die Gemeinschaftsschulen selbst erstellte Materialien online einstellen und austauschen. Die Materialerstellung sei überdies sehr aufwendig, so Lehrer Held, doch er ist überzeugt, dass sich die Arbeit auszahlen wird – in der zunehmenden Selbstständigkeit der Kinder.

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