Erste Erfolge durch bessere Bus- und Bahnangebote in der Region

Verkehrsministerium zieht positive Zwischenbilanz des ÖPNV-Paktes –

Renkonen: Neufahrzeuge und Metropolexpresszüge sollen Qualitätsprobleme bei der Bahn beenden

LUDWIGSBURG – Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Rahmen des sogenannten ÖPNV-Paktes für die Region Stuttgart zeigt nach Angaben des Verkehrsministeriums fünf Jahre nach der Vereinbarung erste Erfolge.

Besonders die Busangebote in den Landkreisen der Region werden in den Abendstunden und an Wochenenden zum Fahrplan 2020 erheblich ausgeweitet, schreibt das Ministerium in einem Antrag des Grünen-Landtagsabgeordneten und Verkehrspolitikers Daniel Renkonen.

Laut Renkonen wird es bis 2020 in 70 Prozent aller 87 Buskorridore montags bis freitags einen 15-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten geben, sodass es an den jeweiligen Übergangsbahnhöfen einen Anschluss zum S-Bahn- oder Regionalverkehr geben wird.

Das Sorgenkind bleibt auf einigen Strecken der Bahnverkehr, der weiterhin unter Zugverspätungen und -ausfällen leidet. Dies hat auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart und Kirchheim/Neckar und auf der Residenzbahn zwischen Stuttgart und Vaihingen/Enz zu Fahrgastrückgängen um bis zu 13 Prozent zwischen 2014 und 2018 geführt. Besonders drastisch hat sich die Zahler der Einsteiger zwischen Stuttgart und Vaihingen/Enz im Vierjahreszeitraum von 14.287 auf 12.427 Fahrgäste reduziert, was einem Rückgang von 13 Prozent entspricht.

Nicht viel besser sieht es montags bis freitags auf der Verbindung Stuttgart-Kirchheim/Neckar aus. Dort sanken die Fahrgastzahlen von 15.244 auf 13.999 im Jahr 2018. Erfreulich sind hingegen die Fahrgastzuwächse auf der Murrbahn zwischen Stuttgart und Fornsbach um 32 Prozent. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung auf dem neuen Netz“, heißt es aus dem Ministerium.

„Die anhaltenden Qualitätsprobleme im Bahnverkehr sind auf veraltetes Wagenmaterial, Baustellen und Personalengpässe bei der Bahn zurückzuführen“, bilanziert Renkonen, der auch verkehrspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion ist. Die grün-geführte Regierung will laut Renkonen mit einer „Qualitätsoffensive“ alles daransetzen, die abgewanderten Fahrgäste der Bahn wieder zurückzugewinnen. Hierzu sollen die Neufahrzeuge der künftigen Anbieter Abellio und Go Ahead sowie ein deutlich verbessertes Fahrtenangebot beitragen.

So fahren ab Juni und Dezember dieses Jahres auf allen Stuttgarter Netzen sogenannte Metropolexpresszüge im Halbstundentakt. Auch die VVS-Tarifreform und die Verbilligung des Baden-Württemberg (BW)-Tickets um 25 Prozent sollen zusätzliche Fahrgäste zum Umsteigen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen. Im Jahr 2020 soll auch der neue Regionalbahnhalt in Stuttgart-Vaihingen fertiggestellt sein, teilt das Ministerium im Antwortschreiben des Antrages mit.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir mithilfe des ÖPNV-Paktes die Nachfrage im öffentlichen Verkehr in der Region Stuttgart um 20 Prozent steigern können“, sagt Daniel Renkonen.

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