„Hindernisse sind zum Überwinden da“ Daniel Renkonen zu Gast beim Bürgerbus-Team

Mehr Lebensqualität für Senioren und in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen – mit diesem Ziel ist das ehrenamtliche Team um den Bürgerbus Marbach im Oktober 2015 angetreten. Um zu erleben, wie das konkret umgesetzt wird, hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel Renkonen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer Fahrt durch Marbach begleitet.

Montagabend, 17 Uhr, am Rathaus in Marbach: Der Bürgerbus startet seine letzte Runde an diesem Tag. Mit dabei ist diesmal auch der örtliche Abgeordnete Daniel Renkonen (Grüne), der sich im Austausch mit dem Bürgerbus-Team und Bürgermeister Jan Trost einen eigenen Eindruck machen möchte. Der Bürgerbus – ein Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger – bringt seit über einem Jahr seine Gäste an ihre persönlichen Fahrtziele. „Besonders älteren und körperlich eingeschränkten Menschen ermöglicht er, mobil zu bleiben. Daher ist der Bürgerbus eine tolle Einrichtung“, betont Renkonen. Bereits seit einigen Jahren wirbt der Verkehrspolitiker für die Bürgerbus-Idee, die den öffentlichen Personennahverkehr sinnvoll ergänzt.

Mit der Resonanz bei den Marbacher Bürgerinnen und Bürgern ist das Team um die Initiatoren Petra Schilde und Jürgen Pink sehr zufrieden. Innerhalb eines Jahres haben sich die Fahrgastzahlen vervielfacht, der Bürgerbus ist in Marbach bekannt und geschätzt. Eine Frau, die den Bus während ihrer Krankheitszeit nutzte, engagiert sich heute selbst in der Arbeitsgruppe. Viele Gäste wünschen sich zusätzliche Fahrten, zum Beispiel auch sonntags sowie ins Hörnle. „Doch dafür bräuchten wir noch einige weitere Fahrer“, sagt Petra Schilde. So sind neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer willkommen.

Insgesamt steuern seit kurzem acht Fahrerinnen und Fahrer 100 bis 150 Fahrgäste pro Monat. Der Spaß an der Sache ist dem gut gelaunten Team deutlich anzumerken. In einer Rund-fahrt werden 45 Haltepunkte angefahren, die größtenteils in nicht durch den öffentlichen Nahverkehr bedienten Stadtgebieten liegen. Im Stundentakt kann die Rückfahrt angetreten werden. Grünen-Politiker Daniel Renkonen ist beeindruckt von dem dichten Haltepunktenetz, das Initiator Pink und Fahrer Hans-Günther Keller in vielen Fahrten ausgearbeitet haben.

Unter dem Motto „Hindernisse sind zum Überwinden da“ haben Petra Schilde und Jürgen Pink dieses Projekt von Bürgern für Bürger ins Leben gerufen und zusammen mit den engagierten Fahrerinnen und Fahrern viel Energie und Zeit investiert. So mussten zahlreiche Gespräche geführt, die Finanzierung gesichert und Genehmigungen eingeholt werden. Ohne Hilfe lässt sich so ein Projekt jedoch nicht verwirklichen. Petra Schilde betont die große Unterstützung durch die Stadt, die das Fahrzeug, Geld und Räumlichkeiten für Besprechungen zur Verfügung stellt. „Es war toll, auf offene Türen zu stoßen“, so Schilde. Eine Förderung des Busses durch das Land war leider nicht möglich, bedauert Bürgermeister Trost, der die Förderrichtlinie kritisiert. Da der Bus lediglich über eine Einstiegsrampe verfügt, erfüllt er nicht die Kriterien für Barrierefreiheit. „Ich befürworte eine Änderung der Richtlinie“, versichert Daniel Renkonen.

Die Idee des Bürgerbusses ist nicht neu. Sie kam aus Großbritannien über die Niederlande nach Deutschland. Seit 2012 stellt Baden-Württemberg zusätzliche Mittel für Bürgerbusse im Rahmen der Fahrzeugförderung im Umfang von 100.000 Euro pro Jahr bereit. Der Bürgerbus in Marbach fährt Montagnachmittag von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr, Mittwoch- und Freitagvormittag von 8:30 Uhr bis 13:00 Uhr.

 

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