Kompetenzzentrum Artenkenntnis ist Leuchtturmprojekt

„Baden-Württemberg wird künftig einen Spitzenplatz bei der Vermittlung von Artenkenntnis einnehmen“, ist sich der Grüne Landtagsabgeordnete Markus Rösler sicher. Grund: Mehr als eine Million Euro wird das Land künftig jährlich für ein neues Kompetenzzentrum für Artenkenntnis investieren, angesiedelt an der Uni Hohenheim und beim Staatlichen Naturkundemuseum Stuttgart. Einmalig bekommt das Zentrum im Doppelhaushalt 2020/21 sogar noch einmal eine Million Euro on top für Sachausstattung. Zusammen mit Mitteln für die Umweltakademie des Landes für die Aus- und Fortbildung ehrenamtlicher Artenkenner stehen damit künftig zwei Millionen für dieses Thema jährlich zur Verfügung. Das beschloss der Finanzausschuss des Landtages.

“Qualifizierte Insektenforscher sind eine Rarität”, erklärt Markus Rösler, Mitglied im Finanzausschuss und naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. „Wir erleben schon seit Jahrzehnten eine dramatische Wissens-Erosion in Ökologie und Bestimmung von Arten.“ 16 neue Stellen, darunter zwei Professuren, werden nun Abhilfe schaffen. „Studierende und Hobbyforscher können künftig wieder systematisch erlernen, wie man Heuschrecken, Libellen, Vögel und andere Artengruppen erfasst“, freut sich Rösler, auf den die Idee für eine derartige Einrichtung zurückgeht. 

Leitidee des geplanten Zentrums für “Biodiversität und Integrative Taxonomie“: Die Bestimmung von Arten im Gelände sowie Bestimmungsmethoden alter Insektensammlungen sollen weiterentwickelt und mit ökologischen, genetischen und bioinformatischen Methoden zusammengeführt werden. Dies ist laut Rösler die Grundlage für die Entwicklung innovativer Technologien und Methoden, die es erlauben, den Zustand der Artenvielfalt besser zu erfassen. „Dazu gehören auch Methoden wie Citizen Science, bei denen die breite Bevölkerung in die Bestimmung von Artvorkommen eingebunden wird.“

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf extrem artenreichen Insektengruppen in Kultur- und Agrarlandschaften. Nicht nur sogenannte Indikator-Arten wie Wildbienen werden unter die Lupe genommen, sondern auch Abhängigkeiten von anderen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie Mikroorganismen untersucht. „Dies ist ein innovativer, aber bisher kaum vertretener Ansatz”, erklärt Rösler.

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