Land stellt Signale für die Bottwartalbahn und die Markgröninger Bahn endgültig auf „Grün“

Verkehrsministerium bescheinigt beiden Strecken sowie der Schusterbahn ein „sehr hohes Nachfragepotenzial“- „Damit können die Betriebskosten komplett vom Land übernommen werden“, freuen sich die Grünen-Abgeordnete Renkonen, Rösler und Walter

Ludwigsburg – Damit hatten wohl selbst eingefleischte Bahnliebhaber nicht gerechnet: Bei einer landesweiten Potenzialanalyse landete ausgerechnet die Bottwartalbahn von Marbach nach Heilbronn von 41 Reaktivierungsvorhaben auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von der Schusterbahn von Kornwestheim nach Stuttgart-Untertürkheim (Rang 4) sowie der Stadtbahn mit dem Ast von Ludwigsburg-Markgröningen (Markgröninger Bahn, Rang 6).  Die Gutachter bescheinigten allen drei Schienenprojekten mit täglich über 2500 Fahrgästen ein „sehr hohes Nachfragepotenzial“. 

„Die Ergebnisse sind ein Meilenstein für den ÖPNV im Kreis Ludwigsburg. Jetzt kann die Reaktivierungswelle endlich anrollen“, frohlocken die Grünen-Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen, Markus Rösler und Jürgen Walter. Die positiven Untersuchungsergebnisse haben zur Folge, dass die Investitionskosten vom Bund über sein GVFG-Förderprogramm zu 90 Prozent sowie 10 Prozent der Planungskosten übernommen werden. Das Land erklärt sich wiederum bereit, die kompletten Betriebskosten, also den jährlichen Abmangel, dauerhaft zu übernehmen.

Dies gilt allerdings nur für Strecken mit einem besonders hohen Fahrgastaufkommen, stellte Landesverkehrsminister Winfried Hermann klar. Und dazu zählen die geplanten Reaktivierungsvorhaben im Landkreis. „Es ist nun wichtig, dass alle (Kreis und Kommunen)  an einem Strang ziehen und sich nicht ständig in Trassendebatten verlieren, ansonsten werden andere Bahnprojekte aus dem Reaktivierungsprogramm gefördert“, so Renkonen. Sein Parteifreund Walter ergänzt, dass es nun höchste Zeit für eine „Reaktivierungsoffensive“ ist, um die klimafreundliche Mobilität mit zusätzlichen Tangentialverbindungen anzuschieben.

Der Vaihinger Landtagsabgeordnete und Finanzpolitiker Markus Rösler verspricht sich von der „einmalig hohen Förderung“ von Bund und Land überdies eine erhebliche finanzielle Entlastung der beteiligten Städte und Gemeinden. „Dabei gehen wir davon aus, dass der Anschluss der Stadtbahn nach Schwieberdingen und damit zu Bosch schnellstmöglich ins Verfahren integriert wird. Das Landratsamt hat ja hierzu kürzlich den Abschlussbericht einer Nutzen-Kosten-Untersuchung für den „Schwieberdinger Ast“ vorgestellt. Demnach bleibt ein deutlicher Nutzenüberschuss bei der Gesamtmaßnahme, sodass diese auch mit Schwieberdinger Stadtbahnast förderwürdig bleibt. Da ist jetzt als nächster Schritt eine Untersuchung der Gesamtmaßnahme inklusive Anbindung von Schwieberdingen erforderlich“, so Rösler, Renkonen und Walter.

Um die Bahnprojekte letztlich auf‘s Gleis zu bringen, müssen sie allerdings die Wirtschaftlichkeit in Form eines standardisierten Bewertungsverfahrens nachweisen. Während die Stadtbahn Ludwigsburg – Markgröningen einen positiven Kosten-Nutzen-Faktor aufweist, blieb die Bottwartalbahn bislang unter dem geforderten Faktor von 1,0.Trotzdem gibt es Hoffnung, weil Bund und Länder die Bewertungskriterien in einer Arbeitsgruppe überarbeiten wollen, um die klimafreundliche Mobilität einer Bahn stärker zu gewichten. „Außerdem soll es Einzelfallregelungen geben“, kündigte Daniel Renkonen nach Rücksprache mit dem Verkehrsministerium an. „Daher sollte der Landkreis Ludwigsburg schnellstmöglich Gespräche zur Bottwartalbahn mit Land und Bund aufnehmen“, empfiehlt Renkonen.

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