Renkonen kontert CDU-Kritik an Verkehrsminister Hermann

„Gegenseitige Schuldzuweisungen machen die Züge nicht pünktlicher und lenken von den wahren Problemen ab“

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel Renkonen hat die pauschale Kritik seines CDU-Kollegen Fabian Gramling an Grünen-Verkehrsminister Winfried Hermann wegen der Probleme im Bahnverkehr zurückgewiesen. „Es ist schon ein einmaliger Vorgang, den Minister für nicht gelieferte Züge der Fahrzeughersteller Bombardier und Stadler verantwortlich zu machen.“ Es sei auch falsch, einfach zu behaupten, dass in den neuen Verkehrsverträgen zu wenig Zugkapazitäten vereinbart worden seien. „Wenn die geforderten Zuggarnituren wegen Lieferverzug nicht verfügbar sind, können im nachfragestarken Berufsverkehr leider auch nicht genügend Kapazitäten angeboten werden“, verdeutlicht Renkonen. Aus diesem Grund müsse die Firma Abellio derzeit notgedrungen Ersatzzüge der DB Regio und anderer Unternehmen einsetzen.

Renkonen forderte seinen CDU-Kollegen zu einem konstruktiven Miteinander auf. „Denn es bringt ja jetzt nichts, wenn wir Schuldzuweisungen und Vergangenheitsbewältigung betreiben. Dadurch werden die Züge nicht pünktlicher und die Bahnmisere nicht besser.“ Der Verkehrsminister und sein Ministerium tun derzeit alles, „um die schwierige Situation“ in den Griff zu bekommen. Als Gegenmaßnahmen seien Ersatzzüge beschafft und zusammen mit der Firma Go-Ahead neue Fahrzeuge nachbestellt worden. Darüber hinaus arbeite das Land an einem externen Lokführerpool als Notfallreserve. Sie soll dann eingesetzt werden, wenn Lokführer aus Krankheitsgründen ihren Dienst kurzfristig nicht antreten können.

Für den Grünen-Verkehrspolitiker sind die strukturellen Probleme der Bahn ein Hauptgrund dafür, „dass das System Schiene immer wieder an seine Grenzen stößt“. Denn die Bahn sei von der Politik jahrzehntelang „kaputt geschrumpft“ worden: Schienen wurden zurückgebaut und dafür wurden immer neue Autobahnen und Bundesstraßen gebaut. Die Folge seien überlastete Strecken, die sich Fernzüge, Nahverkehrszüge und Güterzüge teilen müssten. Dadurch komme es immer wieder zu Verspätungen, indem der Regionalverkehr beispielsweise auf verspätete ICEs warten müsse, so Renkonen.

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