„Saubere Luft für Freiberg”

Fortschritte bei der Luftreinhaltung – immense Herausforderungen im Klimaschutz

„Saubere Luft für Freiberg“ – Unter diesem Motto hatte Landtagsabgeordneter Daniel Renkonen zusammen mit den Freiberger Grünen zu einem Info-Abend im Kulturzentrum PRISMA in Freiberg eingeladen.

Daniel Renkonen umriss verschiedene Maßnahmen des Landes, die zur Verbesserung der Luftqualität in Freiberg und anderswo beitragen – vom Ausbau des ÖPNV und der Verdichtung des Takts unter dem Stichwort „Mobilitätsgarantie“, über die Elektrifizierung von Triebwagen bis hin zur kürzlich beschlossenen VVS-Tarifreform. „Das alles ist auch Luftreinhaltung“, betonte der Grünen-Politiker. Um Fahrverbote in Stuttgart komme man aber nicht herum, stellte Renkonen fest. Die Gerichtsurteile seien eindeutig.

Neben Bürgermeister Dirk Schaible trat als Fachreferent Christoph Erdmenger auf, Leiter der bundesweit einmaligen Abteilung „Nachhaltige Mobilität“ im Verkehrsministerium in Stuttgart. Erdmenger machte in seinem Vortrag deutlich, dass sich die Luftqualität in Baden-Württemberg im Zeitraum 2010 bis 2017 deutlich verbessert hat und auch Freiberg die Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub mittlerweile einhält. Ein Grund dafür ist zum einen die Diskussion um Luftschadstoffe und Fahrverbote selbst – viele Leute reagieren und kaufen sich ein neues, schadstoffärmeres Auto und beschleunigen so die ohnehin stets stattfindende Flottenerneuerung.

Zum andere wirken zahlreiche Maßnahmen des Landes und viele einzelne lokale Maßnahmen, wie etwa das Einrichten von Fahrradspuren.
Auch die Elektromobilität kommt voran. „Wir haben kein Nachfrageproblem, sondern ein Angebots-problem“, sagte Erdmenger. Die Hersteller kommen nicht hinterher, die Lieferzeiten betragen bis zu zwölf Monate. Trotzdem lassen sich viele Organisationen, Firmen und Verbände davon nicht ab-schrecken und fragen die Förderprogramme des Landes stark nach.

Nach dem Thema Luftreinhaltung kam der Verkehrsexperte auf den Klimaschutz zu sprechen – „das langfristig viel größere Problem“, wie er betonte. Denn wenn die Klimaziele von Paris eingehalten werden sollen, darf 2050 fast kein Co2 mehr emittiert werden. Plastisch verdeutlichte Erdmenger, was das für den Verkehr im Jahr 2030 bedeuten würde: Innerhalb von nur zwölf Jahren müssen sich die Fahrgäste von Bussen und Bahnen verdoppeln, ein Drittel weniger Fahrzeuge in Städten unterwegs sein, jedes dritte Auto klimaneutral fahren und jeder zweite Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden.

„Wie wir das schaffen, darauf hat noch keiner eine genaue Antwort“ stellte Erdmenger fest und machte damit die Dimension des Ganzen deutlich. Natürlich entwickelt das Land neue Konzepte – vom Fußverkehr bis hin zum „Mobilitäts-Ausweis“, der davon ausgeht, dass ÖPNV nicht nur den Fahrgästen nutzt und daher eine Mitfinanzierung durch PKW-Nutzer vorsieht.

In der anschließenden Fragerunde kamen die Gäste zu Wort – mit zahlreichen Fragen und Anregungen zu Freiberger Themen wie der Autobahn, Tempolimits, Messstellen, aber auch darüber hinausgehenden Aspekten wie der Rolle gasbetriebener Autos oder Brennstoffzellen.
Ein gelungener Abend mit fundierten Informationen und vielen Anregungen der Gäste, die Daniel Renkonen mit nach Stuttgart nimmt.

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